Kardiologie

 

Die Kardiologie umfasst alle Erkrankungen des Herzkreislaufsystems. Hierzu zählen natürlich alle Erkrankungen des Herzmuskels wie die koronare Herzkrankheit (Durchblutungsstörungen des Herzmuskels durch Einengungen der Koronararterien), die hypertensive Herzkrankheit (Verdickung des Herzmuskels durch Bluthochdruck), aber auch seltenere Erkrankungen des Herzmuskels nach oder bei einer Herzmuskelentzündung sowie primäre Herzmuskelerkrankungen (dilatative Kardiomyopathie, hypertroph obstruktive/nichtobstruktive Kardiomyopathie) und Veränderungen des Herzmuskels bei Speichererkrankungen. Ein weiterer Schwerpunkt bilden alle Erkrankungen der Herzklappen des linken Herzens (Aortenklappe, Mitralklappe) und des rechten Herzens (Pulmonalklappe, Trikuspidalklappe) durch Verengung (Stenose) oder einer Undichtigkeit (Insuffizienz).

 

Neben diesen primär den Herzmuskel betreffenden Erkrankungen spielt der Bluthochdruck eine zentrale Rolle in der Entstehung von Folgeerkrankungen wie Schlaganfall, Herzinfarkt und Herzmuskelschwäche. Eine Ursachenklärung sollte dabei zunächst durchgeführt werden. In über 90% der Fälle liegt jedoch eine primäre Form des Bluthochdrucks durch genetische Belastung, Stress und Übergewicht vor.

 

Ein weiteres zentrales Krankheitsbild stellen Herzrhythmusstörungen dar. Eine genaue Diagnostik ist Voraussetzung zur Beurteilung und Einschätzung Ihrer Bedeutung. Neben häufig vollkommen ungefährlichen Herzrhythmusstörungen liegen gelegentlich Rhythmusstörungen vor, die mit weiteren Erkrankungen wie z.B. Schlaganfällen assoziiert sein können (Vorhofflimmern).

 

In unserem MVZ wird die gesamte nicht-invasive und invasive Diagnostik zur Erkennung von Erkrankungen des Herzkreislaufsystems angewandt. Selbstverständlich leiten wir die notwendigen Therapien nach ausführlicher Diagnostik und Beratung auch ein. Nachfolgend möchten wir Ihnen die jeweiligen Untersuchungen vorstellen und beschreiben.

 

 

 

 

Ruhe-EKG

 

Bei einer elektrokardiographischen Untersuchung wird die elektrische Erregung des Herzens an der Körperoberfläche und Extremitäten abgeleitet und in Form von Kurven dargestellt. Es stellt die Summe aller elektrischen Vorgänge im Herzen dar.

 

Es ermöglicht den Nachweis von abgelaufenen Herzinfarkten und zum Teil auch von akuten Durchblutungsstörungen. Durch das EKG können Herzrhythmusstörungen festgestellt werden. Des weiteren kann das Ruhe-EKG Hinweise auf Überlastungen einzelner Herzkammern als Folge verschiedenster Erkrankungen geben. Daneben kann bei Patienten mit Herzschrittmachern oder implantierten Defibrillatoren die Funktion der Geräte beurteilt werden.

Das Ruhe-EKG hat allerdings auch Einschränkungen: so können kleinere durchgemachte bzw. akute Infarkte nicht immer erkannt werden. In 5-10 % der Fälle sind Herzinfarkte im Ruhe-EKG überhaupt nicht zu erkennen. Der Arzt benötigt deshalb weitere Untersuchungen wie den Troponin-Bluttest, das Belastungs-EKG, eine Herzultraschalluntersuchung oder eventuell auch eine Herzkatheteruntersuchung.

 

 

 

 

 

Belastungs-EKG

 

Bei einem Belastungs-EKG wird die elektrische Erregung des Herzens unter körperlicher Belastung (meistens auf dem Fahrradergometer) abgeleitet und in Form von Kurven dargestellt.

 

Mit der Fahrradergometrie werden unter körperlicher Belastung kontinuierlich Herzfrequenz, Blutdruck und EKG aufgezeichnet. Der Arzt erhält mit diesem Test unter anderem Hinweise auf die kardiale Leistungsfähigkeit des Patienten, den Trainingszustand und vor allem auch auf die Blutversorgung des Herzens. So können Rückschlüsse auf Verengungen der Herzkranzgefäße gezogen werden, die häufig erst unter Belastung zu entsprechenden Symptomen (Angina pectoris, Luftnot) oder zu Veränderungen im EKG führen. Ergänzend wird das Blutdruck- und Herzfrequenzverhalten unter Belastung beurteilt. Auch über evtl. durch körperliche Belastung auslösbare Herzrhythmusstörungen, die Ihre Ursache häufig in einer Herzminderdurchblutung haben, kann diese Untersuchung Aufschlüsse geben. Die während der Untersuchung anwesende speziell ausgebildete Arzthelferin achtet ständig auf ihr Wohlbefinden und evtl. auftretende EKG-Veränderungen. Die Ergometrie ist das Verfahren der ersten Wahl, wenn es um die Abklärung einer Herzkranzgefäßverengung (KHK, koronare Herzkrankheit) geht. Auch das Belastungs-EKG besitzt Einschränkungen: Bei vorbestehenden EKG-Veränderungen (insb. Leitungsstörungen / Blockbildern) sowie bei Einnahme bestimmter Herzmedikamente (Digitalis, ß-Blocker) ist eine zuverlässige Beurteilung des Belastungs-EKG hinsichtlich einer Herzminderdurchblutung nicht hinreichend möglich. In diesen Fällen werden dann häufig zusätzliche Untersuchungen notwendig (z.B. Stressechokardiograhie, Myokardszintigraphie, Kardio-CT, Koronarangiographie).

 

 

 

 

 

Langzeit-EKG

 

Bei einem Langzeit-EKG wird die elektrische Erregung des Herzens kontinuierlich über 24 oder 48 Stunden mit einem vom Patienten mitgeführten Aufzeichnungsgerät aufgezeichnet.

 

Das Langzeit-EKG zeichnet den Herzrhythmus bis zu 48 Stunden auf. Das sind unter normalen Lebensbedingungen ca 200.000 Herzschläge. Phasenweise auftretende Herzrhythmusstörungen können damit erfasst werden und zeitlich Ihren Beschwerden zugeordnet werden. Zur Langzeit-EKG Diagnostik stehen in unserer Praxis 8 digitale Aufzeichnungsgeräte bereit, die eine nahezu artefaktfreie Aufzeichnungsqualität gewährleisten. Daneben werden in großer Zahl Langzeit-EKGs von Patienten anderer Praxen ausgewertet.

Die Bedeutung von Herzrhythmusstörungen setzt immer die Kenntnis weiterer Untersuchungen wie Herzultraschall und Ergometrie voraus.

 

 

 

 

Event-Recorder

 

Um selten auftretende Herzrhythmusstörungen dokumentieren zu können, kann mit Hilfe des Event-Recorders eine durch den Patienten selbst ausgelöste EKG-Aufzeichnung erfolgen.

 

Der Patient nimmt das Gerät nach Einweisung bis zu 14 Tage mit nach Hause. Bei Beschwerden und einer vermuteten Herzrhythmusstörung kann der Patient selbst durch leichtes Drücken des Gerätes auf den Brustkorb und gleichzeitiger Aktivierung einer Taste am Gerät das EKG aufzeichnen. Diese Untersuchung bieten wir Patienten an, die unter anfallsweise auftretendem Herzrasen, Herzstolpern oder auch unter unklarem Schwindel leiden und deren Ursache mit anderen Methoden bisher nicht geklärt werden konnte. Insbesondere läßt sich damit ein paroxysmales Vorhofflimmern frühzeitig erkennen.

In Einzelfällen wie nach rezidivierenden Synkopen (kurzfristiger Bewusstseinsverlust mit Sturz)  ohne bisherige Klärung der Ursache raten wir zur Implantation eines kleinen Event-Recorders unter die Haut. Dieser wird in einem kleinen Eingriff in lokaler Betäubung unter die Haut im Bereich des linken Brustkorbs eingesetzt. Damit können Herzrhythmusstörungen zweifelsfrei über Jahre dokumentiert werden.

 

 

 

 

Langzeitblutdruckmessung

 

Die Langzeitblutdruckmessung ist eine Untersuchungsmethode, die zur Registrierung des Blutdrucks über 24 Stunden dient.

 

In der Diagnostik und Therapie des Bluthochdrucks ist die 24-Stunden Blutdruckmessung ein wichtiges Element. Hierfür stehen in unserer Praxis 6 Geräte zur Verfügung. Die Geräte messen den Blutdruck in aller Regel tagsüber alle 15 Minuten und nachts alle 30 Minuten. Hierdurch kann festgestellt werden, ob ein behandlungspflichtiger Bluthochdruck vorliegt. Bei behandeltem Bluthochdruck ist die 24-Stunden Blutdruckmessung wichtig zur Kontrolle der Blutdruckeinstellung.

 

 

 

 

Elektrokonversion bei Vorhofflimmern (ambulant)

 

Die Elektrokonversion ist eine effektive Massnahme zur Rhythmisierung bei bestimmten Herzrhythmusstörungen.

 

Die elektrische Konversion ist eine effektive Behandlungsmassnahme anhaltender Vorhofrhythmusstörungen wie Vorhofflimmern oder Vorhofflattern. Hierbei wird in Kurznarkose ein Stromstoss von aussen durch das Herz geleitet und hierdurch in den meisten Fällen die Rhythmusstörung sofort beseitigt. Der Eingriff kann unter ambulanten Bedingungen in unserer Praxis erfolgen. Voraussetzung ist in den allermeisten Fällen eine mindestens 4-wöchige effektive Vorbehandlung mit einem Blutverdünnungsmittel wie Marcumar oder einem NOAK (Pradaxa, Xarelto, Eliquis, Lixiana). In Einzelfällen kann die Elektrokonversion auch frühzeitig nach einer TEE-Untersuchung zum Ausschluß intrakardialer Thromben durchgeführt werden.

 

Nach dem Eingriff erfolgt eine Überwachung der Herz-Kreislauffunktionen und der Atmung. Im Regelfall kann der Patient bei stabiler Situation nach 2 Stunden von einer Begleitperson nach Hause gebracht werden. Das Führen eines Kraftfahrzeuges bzw. die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel ist wie nach jeder Kurznarkose nicht gestattet.

 

Auch zur notfallmässigen Behandlung lebensgefährlicher Herzrhythmusstörungen ist in unserer Praxis die Elektrotherapie mit mehreren modernen tragbaren Defibrillatoren mit effektiver biphasischer Schockabgabe bis 300 Joules jederzeit möglich.

 

 

 

 

Herzschrittmacher- und Defibrillator-Kontrollen

 

Schrittmacherträger und Defibrillatorpatienten benötigen regelmäßige Kontrolluntersuchungen.

Während Medikamente oft nur kurzfristig helfen, kann ein Schrittmacher langfristig die Reizbildung und die Schlagfolge des Herzens korrigieren. Ein Schrittmacher ist ein kleines, nur wenige Gramm schweres, von außen (perkutan) programmierbares Gerät, das immer dann einspringt, wenn das Herz einen „Aussetzer“ hat und zu langsam schlägt.

 

Durch die regelmäßige Kontrolle des Schrittmachers (in der Regel halbjährlich) wird dem Arzt eine Vielzahl von Informationen über die Funktion ihres Herzens gegeben.

 

Unterschiedliche Schrittmacher bei unterschiedlichen Erkrankungen

 

Zur Zeit gibt es mehr als 150 verschiedene Schrittmachermodelle von etwa 10 Spezial Firmen. Sie sind heute technisch so ausgereift, dass sie häufig eine Funktionszeit von 10 und mehr Jahren haben. Welchen Schrittmacher ein Patient erhält, entscheidet der Kardiologe jeweils nach der Art der Erkrankung und den sonstigen Gegebenheiten und Erfordernissen. Heute werden fast nur noch multiprogrammierbare „Demand“-Schrittmacher implantiert.

 

Die geringen Abmessungen der heutigen Schrittmacheraggregate tragen zum verbesserten Wohlbefinden des Patienten bei. Die weitreichenden Programmiermöglichkeiten bieten im Verbund mit den systemspezifischen und patientendiagnostischen Daten ein außergewöhnliches Informationsspektrum für den nachbehandelnden Arzt.

Mit den meisten Schrittmachersystemen hat man gleichzeitig die Möglichkeit, alle Herzschläge monatelang aufzuzeichnen und so beispielsweise die Wirksamkeit von Medikamenten zu überwachen und die Häufigkeit und Art von Rhythmusstörungen zu dokumentieren.

 

Frequenzadaptierende Herzschrittmacher beschleunigen den Herzschlag während und nach Belastung und ermöglichen somit eine größere Leistungsfähigkeit des Patienten. Die Systeme werden durch die Atmung, durch Muskelaktivitäten und durch belastungsbedingte Veränderungen in der EKG Kurve gesteuert.

 

Etwa 60-70 % der Patienten können einen „physiologischen“ Schrittmacher erhalten. Bei diesem Schrittmacher wird sowohl im Vorhof als auch in der Herzkammer eine Elektrode implantiert. Es sind eigentlich zwei Schrittmacher in einem Gerät. Bei gestörter Vorhoffunktion (z.B. bei permanentem Vorhofflimmern) wird in der Regel ein Einkammer-Schrittmacher eingesetzt, da der vVorhof bei diesem Krankheitsbild mechanisch und elektrisch praktisch „inaktiv“ ist.

 

Für welche Patienten ist ein Schrittmacher angezeigt?

Sie haben einen langsamen Pulsschlag. Dies kann dazu führen, dass sie unter lästigen Schwindelanfällen, Luftnot, Wassereinlagerungen, Herzstolpern oder Bewusstlosigkeit leiden. Ihr Leben wird ganz erheblich durch die stetige Ungewissheit und Sorge aufgrund dieser Bedrohungen beeinträchtigt. Die Implantation eines Schrittmachers bedeutet für Sie dann in der Regel eine ganz wesentliche Verbesserung der Lebensqualität.

 

Biventrikuläre Schrittmacher / Resynchronisationstherapie (CRT)

Zur Behandlung der Herzschwäche stehen seit einigen Jahren spezialisierte Schrittmachersysteme zu Verfügung. Solche Aggregate können bei einzelnen Patienten mit fortgeschrittener Herzschwäche und bestimmten EKG Kriterien (Linksschenkelblock mit deutlicher Verbreiterung des QRS-Komplexes) eingesetzt werden, um die Herzleistung zu verbessern. Hierbei wird zur kardialen Resynchronisationstherapie (CRT) ein so genannter biventrikulärer  Schrittmacher implantiert. Die Besonderheit dieser speziellen Schrittmachergeräte liegt darin, dass nicht wie bei einem gewöhnlichen Schrittmacher nur Elektroden im rechten Herzen implantiert werden, sondern auch eine (zeitgleiche) Erregung der linken Herzkammer stattfindet durch die Implantation einer speziellen Stimulationssonde im Koronarsinus.

 

Worauf muss ich bei meinem Leben mit Schrittmacher achten?

Nehmen Sie Ihr normales Leben wieder auf. Der Schrittmacher wurde mit dem Ziel implantiert,  ihre Lebensqualität zu verbessern und bestimmte Symptome bradykarder Herzrhythmusstörungen zu bessern bzw. zu beseitigen.

Hautveränderungen im Bereich des Schrittmachers, also Rötungen oder Blau-Verfärbungen sind Alarmzeichen die einen sofortigen Arztbesuch verlangen. Hier ist eine Schrittmachertascheninfektion zu befürchten, die in manchen Fällen lebensbedrohlich sein kann.

 

Machen Sie ihren Schrittmacherausweis zu Ihrem ständigen Begleiter und legen Sie ihn bei jedem Arztbesuch vor. Elektrische Behandlungen beispielsweise mit elektrischen Massagegeräten, Kurzwellen o.ä. dürfen Sie ohne ausdrückliche Erlaubnis Ihres Arztes auf gar keinen Fall nutzen. Dies gilt auch für Personenwaagen mit Körperfettanalyse. Denn mit derartigen Behandlungen könnte eventuell der Schrittmacher für die Dauer der Behandlung abgestellt werden. Das ist eine ernste Gefahr für ihr Herz und ihr Leben, falls sie „schrittmacherabhängig“ sind. Ebenso verhält es sich mit anderen elektrischen Geräten, die in unmittelbarer Nähe des Schrittmachers gebracht werden. Meiden Sie also beispielsweise den auf der Brust hängenden Motor einer eingeschalteten Haar-Trockenhaube und benutzen Sie stattdessen einen Handföhn. Bedecken Sie Ihren Oberkörper nicht mit einer elektrischen Heizdecke und vermeiden Sie generell elektrische Geräte in Brusthöhe. Auch starke Transformatoren, die z.B. bei der Modelleisenbahn benutzt werden, können bei starker Nähe die Schrittmacherfunktion beeinflussen.

Schnurlose Telefone in der Wohnung hingegen können Sie ohne Bedenken benutzen. Diese können Ihren Schrittmacher nicht beeinträchtigten. Mit einem Handy sollte sicherheitshalber eine Abstand von 15-20 cm zum Schrittmacher eingehalten werden.

Fragen Sie bei Unklarheiten Ihren Arzt, um eine Gefährdung auszuschließen.

 

Die Batterie Ihres Schrittmachers wird im Laufe der Jahre schwächer werden, was aber bei den regelmäßigen Kontrollen rechtzeitig bemerkt wird, um einen notwendig werdenden Aggregatwechsel zeitlich entsprechend planen zu können. Die Kontrollintervalle verkürzen sich deshalb entsprechend bei nachlassender Batterieleistung.

 

 

 

 

Implantierbarer Kardioverter Defibrillator (ICD)

 

Der ICD dient zur Behandlung ventrikulärer Arrhythmien und insbesondere des plötzlichen Herztodes, der in den allermeisten Fällen durch tachykarde ventrikuläre Rhythmusstörungen (i.e. Kammertachykardien / Kammerflimmern) verursacht wird. Diese Geräte erkennen zudem , wenn das Herz zu langsam schlägt (antibradykarder „backup-Schrittmacher“). Wird das Herz zu schnell wie bei lebensbedrohlichem Herzrasen werden kräftige Stromstöße abgegeben, um das Herzrasen zu stoppen. Das Herz kann dann nach erfolgreicher „Kardioversion“ / „Defibrillation“ wieder genug Blut pumpen, der Kreislauf bleibt stabil. Mittlerweile stehen diese Systme auch in Kombination mit einem biventrikulären Schrittmacher als sogenannter biventrikulärer ICD (ICD-CRT) zur Verfügung.

Patienten, die für eine ICD-Implantation in Frage kommen sind solche, die bereits einmal aufgrund einer Herzrhythmusstörung wiederbelebt werden mussten, sofern diese nicht z.B. durch einer reversible Ursache wie einen akuten Herzinfarkt oder eine Elektrolytstörung hervorgerufen wurde. Weiterhin können diese Aggregate auch vorsorglich bei Patienten implantiert werden, die aufgrund verschiedener Kriterien als Hochrisikopatienten für eine plötzlichen Herztod durch Herzrhythmusstörungen identifiziert wurden.

 

Wir betreuen Patienten mit Schrittmachern, ICDs und ICD-CRT Aggregaten aller gängigen Firmen in regelmäßigen Abständen, um so die Funktionsfähigkeit der Geräte entsprechend sicher zu stellen und auch eventuell notwendige Umprogrammierungen vornehmen zu können. Da es auch immer wieder zu Rückrufaktionen kommt, sind wir in bestimmten Fällen zu engmaschigeren Kontrollen verpflichtet. Es besteht eine enge Kooperation mit den Mitarbeitern der Schrittmacher-/ICD-Firmen.

 

 

 

 

Blutentnahme

 

Zur Diagnostik von Erkrankungen werden verschiedene Werte im Blut bestimmt.

 

Die regulären Blutentnahmen finden täglich zwischen 8:00 und 16:00 Uhr statt.

In Kooperation mit der Laborarztpraxis Dres. Walther und Kollegen in Frankfurt werden sämtliche Laboruntersuchungen einschließlich Speziallabor angeboten.

Zur Akutdiagnostik stehen uns verschiedene Bluttests zur Verfügung einschließlich des Troponin-Tests zur Diagnostik des akuten Koronarsyndroms, D-Dimer-Tests zum Ausschluss/Beweis einer frischen Thrombose oder einer akuten Lungenembolie.

Der BNP-Test dient zur schnellen und sicheren Unterscheidung von Luftnot kardialer oder pulmonaler Ursache und hilft damit bei der Feststellung einer Herzinsuffizienz.

Natürlich wird auch der INR-Wert zur Kontrolle einer Marcumartherapie sofort bestimmt.

Für alle Tests werden jeweils nur wenige Tropfen Blut benötigt.

 

 

 

 

Röntgenuntersuchungen

 

Konventionelle Röntgenaufnahmen von Herz und Lunge werden täglich in unserer Praxis durchgeführt. Wir benutzen dabei eine digitale Röntgenanlage, die dem neusten Stand der Technik entspricht.

 

 

 

 

Dopplerdruckmessungen (ABI)

 

Mit dieser Untersuchung wird der Blutdruck gleichzeitig an Armen und Beinen bestimmt, um Hinweise auf eine Durchblutungsstörung (periphere arterielle Verschlusskrankheit, pAVK) zu erhalten.

 

 

 

 

Duplexsonographie

 

Die Duplexsonographie kann Arterien (Schlagadern) und Venen direkt darstellen. Sie dient damit der Diagnose einer arteriellen Durchblutungsstörung, bzw. auf der venösen Seite einer Thrombose.

 

Die Duplexsonographie kann Arterien und Venen direkt darstellen. Sie dient der Diagnose einer arteriellen Durchblutungsstörung, bzw. auf der venösen Seite einer Thrombose. Die Untersuchung der hirnversorgenden Gefäße (Carotiden) gibt Hinweise auf eine Durchblutungsstörung des Gehirns. Durch Nachweis beginnender Ablagerungen/Verkalkungen ergeben sich Anhalte für eine Neigung zu Gefäßerkrankungen. Ebenso können Durchblutungsstörungen der Armschlagadern nachgewiesen werden.

Weiterhin können mit der Sonographie der Hauptschlagader im Brustraum und Bauchraum gefährliche Gefäßerweiterungen (Aneurysmen) nachgewiesen werden.

Bei neu aufgetretenem oder schwer einstellbarem Bluthochdruck (arterielle Hypertonie) kann eine Einengung der Nierenschlagadern vorliegen Diese kann mit der Duplexsonographie bei guten Untersuchungsbedingungen erkannt werden.

Auch Engstellen der Becken- und Beinschlagadern (Arterielle Verschlußkrankheit) können mit der Duplexsonographie dargestellt werden.

Bei Verdacht auf eine Beinvenenthrombose können mit der Duplexsonographie die Venen des Beckens und der Oberschenkel untersucht werden. Im Bereich der Unterschenkel ist die Duplexsonograhie nur eingeschränkt verwertbar.

 

 

 

 

Echokardiographie

 

Die Echokardiographie stellt das Herz mit Herzmuskel und Herzklappen direkt dar. Hierfür wird in Linksseitenlage ein Schallkopf auf den Brustkorb aufgesetzt.

 

In unserer Praxis stehen mehrere Echokardiographiegeräte zur Verfügung, die alle auf dem aktuellsten technischen Entwicklungsstand sind. Ein Gerät bietet dabei die Möglichkeit einer „real time“ 3D-Echokardiographie. Mit dieser Technik ist es erstmals möglich die Herzfunktion und die damit verbundene Funktion der Herzklappen durch eine 3-dimensionale Darstellung am schlagenden Herzen direkt zu sehen. Damit lassen sich insbesondere Herzklappenfehler besser diagnostizieren.

 

 

 

 

Die Herzkatheter-Untersuchung

 

 

Die Herzkatheter-Untersuchung ist eine Untersuchungsmethode zur Darstellung der Herzkranzgefäße und der Herzkammern unter Röntgendurchleuchtung und Verwendung von Kontrastmittel.

 

Die Herzkatheteruntersuchung ist eine minimalinvasive Untersuchungsmethode des Herzens. Nach Einführung eines sehr dünnen Kunststoffschlauches (Katheter) über die Leiste, die Ellenbeuge oder das Handgelenk wird Röntgenkontrastmittel über den Katheter in die Herzkammer oder die Herzkranzgefäße injiziert. Durch gleichzeitige Röntgendurchleuchtung können dann die Herzkammern (Ventrikulographie) sowie die Herzkranzgefäße (Koronarangiographie) direkt dargestellt werden. Man unterscheidet zwischen einem Rechtsherzkatheter (sog. „kleiner Katheter“) und einen Linksherzkatheter (sog. großer Katheter), je nachdem ob die rechte Herzkammer und der Lungenkreislauf oder die linke Herzkammer und die Herzkranzgefäße untersucht werden sollen. Am häufigsten wird der Linksherzkatheter als Koronarangiographie zur Beurteilung der Herzkranzgefäße durchgeführt. Diese Untersuchung ist die genaueste Methode zur Erkennung von Verengungen der Herzkranzgefäße.

 

Wie wird die Untersuchung durchgeführt?

 

Der Patient liegt hierzu auf einem beweglichen Röntgentisch. Der Patient wird steril abgedeckt und die Punktionsstelle desinfiziert. Nach lokaler Betäubung wird eine Einführschleuse in das Blutgefäß (Vene oder Arterie) eingeführt. Eine allgemeine Betäubung oder gar Narkose ist nicht notwendig, da die Blutgefäße innen keine Nerven besitzen und damit die Untersuchung vollkommen schmerzlos ist.

Beim Rechtsherzkatheter wird ein spezieller Mess-Katheter (Swan-Ganz) über eine Vene durch das rechte Herz bis in die Lungenarterien vorgeführt.

Beim Linksherzkatheter werden unterschiedlich geformte Katheter über eine Arterie in die linke Herzkammer oder die Abgänge der Herzkranzgefäße vorgeführt. Dann wird über eine Pumpe (für die Herzkammer) oder per Hand (für die Herzkranzgefäße) Röntgenkontrastmittel unter gleichzeitiger Röntgendurchleuchtung injiziert. Nach Abschluss der Untersuchung werden die Katheter und zuletzt die Einführschleuse wieder entfernt. Danach muss die Punktionsstelle abgedrückt oder durch ein Verschlusssystem wieder verschlossen werden. Zur Sicherung wird dann in aller Regel noch ein Druckverband bis zu einer Dauer von maximal 24 Stunden angelegt. Eine Bettruhe muss nach Punktionen der Leistengefäße bis zu 6 Stunden nach diagnostischen Eingriffen und bis zu 12 Stunden nach therapeutischen Eingriffen (Ballondilatationen und Stents) erfolgen. Bei Anwendung von Verschlusssystemen beträgt die Bettruhe in der Regel nur max 4 Stunden. Bei Untersuchungen über die A. radialis (Handgelenksarterie) ist nach der Untersuchung eine Bettruhe nicht zwingend erforderlich.

 

Wozu dient die Untersuchung?

 

Die Koronarangiographie ist die genaueste Methode zur Untersuchung und Darstellung der Herzkranzgefäße. Besteht der Verdacht auf eine Verengung der Herzkranzgefäße, muss in aller Regel zur eindeutigen Sicherung der Diagnose eine Darstellung der Herzkranzgefäße erfolgen. Durch die Herzkatheteruntersuchung kann der Arzt Verengungen der Herzkranzgefäße sichtbar machen und damit auch die notwendige Behandlung exakt festlegen. Werden Verengungen nachgewiesen, versucht der Arzt dann mittels Aufdehnung mit einem Ballonkatheter oder durch Einsetzen einer Gefäßstütze (Stent) die Verengung gleich zu beseitigen. Bei schwerwiegenden Veränderungen muss auch eine Bypass-Operation erfolgen. Sind die Veränderungen der Herzkranzgefäße nur gering ausgeprägt, reicht eine medikamentöse Behandlung aus.

 

 

 

 

Koronarinterventionen - Die Ballondilatation und Stentimplantation

 

Die Ballondilatation und Stentimplantation ist eine Methode zur Behandlung von verengten oder verschlossenen Herzkranzgefäßen. Unter Röntgendurchleuchtung werden Ballonkatheter im verengten Gefäßabschnitt aufgeblasen und damit die Verengung beseitigt.

 

Die Ballondilatation und Stentimplantation ist eine Methode zur Behandlung von verengten oder verschlossenen Herzkranzgefäßen. Unter Röntgendurchleuchtung werden Ballonkatheter im verengten Gefäßabschnitt aufgeblasen und damit die Verengung beseitigt. Zur Stabilisierung der Gefäßwand und um einem Verschluss vorzubeugen werden dann häufig Stents (Gefäßstützen aus Metall) eingesetzt. Damit können Herzinfarkte bei drohenden Verschlüssen der Herzkranzgefäße verhindert werden.

 

Eine Ballondilatation wurde erstmals 1977 am Universitätsspital Zürich durchgeführt. Im Jahre 1984 erfolgte dann die erste Implantation eines Stents in Toulouse. Zwischenzeitlich wurden diese Techniken stetig weiter entwickelt und stellen heute die häufigsten Eingriffe in der gesamten Medizin dar. Die PTCA - Perkutane (durch die Haut) Transluminale (durch die Gefäße zum Herz) Coronar (Herzkranzgefäße) Angioplastie (Gefäßaufdehnung) wird bei Verengungen von Herzkranzgefäßen und drohendem Herzinfarkt eingesetzt.

 

Technik:

Zunächst werden die Herzkranzgefäße im Rahmen einer Herzkatheteruntersuchung dargestellt. Dann wird über die Verengung des betroffenen Herzkranzgefäßes ein sogenannter PTCA Draht vorgeschoben. Dieser nur 0,35 mm dicke Draht dient dann als Führungsschiene für den Ballonkatheter, der dann in die Verengung vorgeschoben wird. Nach genauer Platzierung wird der Ballon von außen auf 8-10 atü aufgeblasen und nach wenigen Sekunden wieder abgelassen, damit das Blut wieder durch das Herzkranzgefäß fließen kann. Das die Verengung verursachende Plaquematerial wird dabei in die elastische Gefäßwand gedrückt. Durch erneute Darstellung des Herzkranzgefäßes mittels Kontrastmittelgabe wird dann abschließend das Ergebnis beurteilt.

 

Ballondilatation:

Bei der reinen Ballondilatation wird nur ein PTCA-Ballon zur Aufweitung des verengten Herzkranzgefäßes verwendet. Eins Stent wird dabei nicht eingesetzt. Die Größe des Ballons und die verwendeten Drucke richten sich dabei nach der Größe des Gefäßes und der Länge der Einengung. Als Komplikation nach einer Aufdehnung kann es zu einer Dissektion des Gefäßes kommen. Es handelt sich dabei um einen umschriebenen Einriss des Plaques, der zum Verschluss des Gefäßes führen kann und dann das Einsetzen eines Stents (Gefäßstütze) erforderlich macht. Ein wesentliches Problem der Behandlung stellt die langsame Wiedereinengung des behandelten Herzkranzgefäßes dar. So kommt es in 30-40% der behandelten Gefäße zu einer bedeutsamen Wiedereinengung (Rezidivstenose), die eine erneute Behandlung notwendig macht. Um dies zu verhindern, werden in aller Regel medikamentenbeschichtete Ballons verwendet, die eine Wiedereinengung weitestgehend verhindern können. Im Regelfall werden jedoch nach einer Ballondilatation medikamentenbeschichtete Stents eingesetzt. Nach der Behandlung muss eine effektive Blutverdünnung in der Regel mit Aspirin und Clopidogrel erfolgen. Die genaue Dosierung und Dauer wird vom behandelnden Arzt festgelegt.

 

Stentimplantation:

Bei der Stentimplantation wird ein Metallgeflecht, häufig bestehend aus einer Cobalt-Chrom-Legierung, mit hohem Druck in die Verengung eingesetzt. Der Stent sitzt dabei auf einem Ballon, der nach Platzierung unter Röntgendurchleuchtung mit hohem Druck in dem verengten Herzkranzgefäß aufgeblasen wird. Dadurch entfaltet sich der Stent und wird in die Gefäßwand gedrückt. Der Ballon wird nach wenigen Sekunden wieder abgelassen und entfernt. Der Stent verbleibt in dem Herzkranzgefäß und stabilisiert dadurch die Gefäßwand. Eine Dissektion wird dadurch verhindert. In aller Regel werden heute nur noch medikamentenbeschichtete Stents (DES -Drug Eluting Stent) eingesetzt. Dabei werden Medikamente (z.B. Sirolimus, Paclitaxel), die eine Wiedereinengung an der Implantationsstelle verhindern sollen, auf den Stent aufgebracht. Dadurch können die Wiedereinengungsraten auf weit unter 10 % abgesenkt werden. In Einzelfällen können auch resorbierbare Stents, die sich nach einer gewissen Zeit wieder auflösen, eingesetzt werden. Sie bestehen aus einer Magnesium-Legierung oder einem Polymer der Milchsäure (Polylactid). Nach Stentimplantation muss wie nach der alleinigen Ballondilatation eine effektive Blutverdünnung mit Aspirin und Clopidogrel (alternativ auch Prasugrel oder Ticagrelor)  zur Verhinderung einer Stentthrombose erfolgen. Die genaue Dauer und Dosierung dieser Medikamente wird vom behandelnden Arzt festgelegt und beträgt in aller Regel mindestens 1/2 Jahr.

 

 

 

 

Myokardszintigraphie

 

Die Myokardszintigraphie ist eine nuklearmedizinische Methode zur Bestimmung der Herzdurchblutung.

 

Der Stoffwechsel der Herzmuskelzellen ist abhängig von der Durchblutung über die Koronargefäße. Bei der Szintigraphie des Herzens wird ein radioaktiv markierter Zucker unter körperlicher Belastung gespritzt und die regionale Verteilung des Zuckerstoffwechsels gemessen, was Rückschlüsse über die koronare Durchblutung erlaubt. Bei Nachweis einer Durchblutungsstörung besteht dann der Verdacht auf eine mögliche Verengung eines Herzkranzgefäßes. Diese Untersuchung wird in einer nuklearmedizinischen Praxis auf Überweisung durchgeführt.

 

 

 

 

Cardio-CT

 

Die Cardio-CT Untersuchung ermöglicht eine direkte Darstellung der Herzkranzgefäße.

 

Mit neuen, hoch auflösenden CT-Geräten (64 Zeilen CT, 128 Zeilen CT) ist eine direkte Darstellung der Herzkranzgefäße in guter Qualität möglich. Damit können bereits frühe arteriosklerotische Veränderungen festgestellt werden und eine entsprechende medikamentöse Therapie frühzeitig eingeleitet werden. Bei Nachweis höhergradiger Verengungen der Herzkranzgefäße erfolgt eine Koronarangiographie, die dann auch die weitere Therapie durch Ballondilatation und Stentimplantation erlaubt. Der Nachteil der Untersuchung ist eine relativ hohe Strahlenbelastung sowie eine unzureichende Darstellbarkeit in sehr verkalkten Gefäßarealen sowie in Gefäßabschnitten, die im Vorfeld mit einem Koronarstent bereits behandelt wurden. Auch bei Vorhofflimmern ist eine suffiziente Darstellung der Herzkranzgefäße nicht möglich.

 

 

 

 

Cardio-MRT

 

Die Magnetresonanztomographie ermöglicht eine strahlungsfreie Darstellung des Herzens und der Stoffwechselvorgänge im Herzen.

 

Die Magnetresonanztomographie ermöglicht mit exzellenter Qualität die Beurteilung sowohl der Strukturen, als auch der Funktion des Herzmuskels und der Herzklappen. Zusätzlich können Stoffwechselaktivitäten gemessen werden. Insbesondere bei Verdacht auf eine Herzmuskelentzündung (Myokarditis) aber auch zur Identifizierung von Myokardnarben bietet sich diese Methode an. Eine direkte Darstellung der Herzkranzgefäße ist nicht möglich.

 

 

 

 

 

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